Grußwort zum Landesjägertag 2005 in Paaren/Glien am 21.5.2005

Prof. Dr. Reimar v. Alvensleben, stellv. Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg

 

Auch der Waldbesitzerverband Brandenburg bedankt sich für die Einladung zu diesem Landesjägertag und gratuliert zum Jubiläum! Waldbesitzer sind oft auch Jäger - aber nicht nur deshalb bestehen viele gemeinsame Interessen: Wir sind gemeinsam Mitglied der bundesweiten Pro-Land-Bewegung, die sich vor allem für eine Stärkung des ländlichen Raumes einsetzt und kritisiert, dass die Politik Auflagen und Bürokratie erhöht und nicht auf die Mitwirkung der Menschen im ländlichen Raum setzt.

Wir haben uns in den letzten Jahren gemeinsam und schließlich auch erfolgreich für die Abschaffung der unsinnigen Jagdsteuer eingesetzt. Hierfür möchten wir dem Landesjagdverband danken – insbesondere auch dem Vorsitzenden des Kreisjagdverbandes Fürstenwalde Lutz Dolling, der sich als Musterkläger zur Verfügung gestellt hat. Danken müssen wir auch den Parlamentariern, die eine eigene Gesetzesinitiative zur Abschaffung der Jagdsteuer in den Landtag eingebracht haben – nachdem die Regierung in dieser Frage zögerlich war.

Das nächste gemeinsame Ziel unserer Verbände sollte die Verhinderung der geplanten Novellierung des Bundesjagdgesetzes und des Bundeswaldgesetzes sein. Beide Novellierungsentwürfe halten wir für überflüssig und schädlich. Auf beide Entwürfe trifft der Satz des französischen Staatsphilosophen Montesquieu zu, an den Bundespräsident Köhler kürzlich erinnert hat:

„Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu erlassen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu erlassen!“

Die Bundesregierung sollte sich diesen Satz, dieses geistreiche Wortspiel, zu Herzen nehmen: Denn, beide Gesetze helfen weder dem Wald, noch dem Wild – stattdessen führen sie zu mehr Reglementierung und Bürokratie. Die Politik sollte den Mut haben, mehr auf den mündigen Bürger, d.h. auf die Eigenverantwortung der Waldbesitzer und Jäger statt auf mehr Reglementierung zu setzen. Es ist nicht notwendig, den Wald vor seinen Besitzern oder das Wild vor den Jägern zu schützen. Es gibt in Deutschland keine Wildart, die durch die Jagd bedroht ist. Und eine naturnähere Waldbewirtschaftung wird sich schon aus wirtschaftlichen Gründen immer mehr durchsetzen. Hierzu bedarf es keiner neuen Gesetze.

Wenn von den Vertretern der Koalitionsfraktionen im Bundestag gesagt wird, wir brauchen ein neues Bundesjagdgesetz, um waldverträgliche Wilddichten herzustellen, so muß ich als Waldbesitzer dem nachdrücklich widersprechen. Die geplante Novellierung kann zur Lösung dieses Problems nichts beitragen.

Allerdings gibt es auf Landesebene erheblichen Handlungsbedarf. Dies hat in dieser Woche die Antwort der Landesregierung auf die kleine Anfrage des Abgeordneten Christoph Schulze zur Wildschadensproblematik im Wald wieder einmal deutlich gemacht. Um dem Ziel waldverträglicher Wilddichten näher zu kommen, ist ein intensiver und konstruktiver Dialog zwischen Jägern, Waldbesitzern, Politik und Verwaltung dringend geboten. Hierum möchten wir Waldbesitzer all e Verantwortlichen, insbesondere aber auch den Landesjagdverband herzlich bitten. Denn letztlich wird die gesellschaftliche Akzeptanz der Jagd, die wir alle verbessern wollen, auch davon abhängen, ob wir zu einer vernünftigen Lösung des Wald-Wild-Problems finden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihrer Veranstaltung einen guten Verlauf und allen Jägern ein kräftiges Waidmannsheil!