Günther von OertzenGünter von Oertzen
Leutnant und Staffelführer eines Kampfgeschwaders im ersten Weltkrieg.
(* 31.Oktober 1891 in Dorow, Kreis Regenwalde, Hinterpommern, † 20. April 1918 im Feldlazarett Ham in Frankreich)
 
Günther von Oertzen entstammt dem alten mecklenburgischen Adelsgeschlecht von Oertzen. Er war der älteste und einzige Sohn des Landwirts Karl von Oertzen (1855-1907), Besitzer des Gutes Dorow, Kreis Regenwalde, und seiner Frau Elisabeth von Oertzen, geb. von Thadden (1860-1944) aus Trieglaff, die als Schriftstellerin bekannt wurde. Er hatte noch fünf jüngere Schwestern.
 
Leben
Nach dem Abitur am Gymnasium Greifenberg studierte er zunächst ein Semester in Grenoble und ab Wintersemester 1909 Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen. Dort war er beim Corps Saxonia Göttingen aktiv. Im Sommer 1914 bestand er in Celle die Referendarsprüfung und begann seine Referendarszeit am Amtsgericht Regenwalde. Bei Kriegsausbruch trat er als Kriegsfreiwilliger in das 2. Pommersche Ulanen-Regiment Nr. 9 in Demmin/Pommern ein und wurde zunächst an der Westfront, ab November 1914 an der Ostfront eingesetzt. Im Frühjahr 1916 bewarb sich Günther von Oertzen für den Einsatz in der Fliegertruppe und kam - nach einer Ausbildung in Schneidemühl - im Oktober 1916 zum Kampfgeschwader 3 der Obersten Heeresleitung („Englandgeschwader“), das unter dem Kommando von Ernst Brandenburg stand. Danach wechselte er in die Kampfstaffel 19, Kampfgeschwader 4, die ab April 1917 von Hermann Köhl geführt wurde. Für seinen Einsatz erhielt er 1917 das Eiserne Kreuz Erster Klasse (EK I). Insgesamt hat er etwa 400 Feindflüge als Beobachter mitgemacht.
 
Am 20. April 1918 starb Günther von Oertzen im Feldlazarett Ham nach einem feindlichen Bomberangriff auf den Flughafen Guyencourt des Geschwaders. Zunächst wurde er auf dem Ehrenfriedhof St. Quentin in Frankreich beigesetzt, aber bereits im Mai 1918, in der Woche vor Pfingsten, nach Dorow überführt und auf dem dortigen Familienfriedhof bestattet.
 
Gedenkstein
Später wurde für Günther von Oertzen im Gutspark von Dorow ein Findling als Gedenkstein aufgestellt, auf dem sich eine Plakette mit seinem Reliefbild befand, das von dem Bildhauer Wilhelm von Winterfeld (1898-1997) geschaffen wurde (siehe Bild rechts). Dieser Findling liegt noch an seinem ursprünglichen Ort – allerdings ohne die Plakette.
 
Literatur
  • Elisabeth von Oertzen: Gefallenen-Denkmal (Günther von Oertzen). Oertzen-Blätter, 2. Jg, Nr. 1 (Februar 1930), S. 1-6.
  • Biografie von Günther von Oertzen bei Frontflieger.

 

Weitere Bilder

 
Gedenkstein für Günther von Oertzen, 1988
1992
1992, Rückseite mit Inschrift
Der inzwischen umgestürzte Gedenkstein für Günther von Oertzen, 2011